Pflanzenschutz Aktuell (07.05.2019)

WINTERWEIZEN

Das Wachstum schreitet trotz kühler Witterung voran.
  • Wurde in anfälligen Sorten bereits eine Fungizidbehandlung durchgeführt, so kann mit der nächsten Behandlung bis zur vollständigen Ausbildung des Fahnenblattes gewartet werden.
  • Bei gesunden Sorten,- bei Beständen die bisher nahezu keine Infektionen gezeigt haben und bei Spätsaaten kann mit einer Behandlung noch zugewartet werden. Nach dem ersehnten Regen ist es wichtig, die Bestände zu beobachten und bei Bedarf eine angepasste Fungizidstrategie zu wählen.
  • Ab der nächsten Woche wird in weit entwickelten Beständen ohne Fusariumrisiko im ES 39 (Fahnenblattstadium) eine Behandlung zu setzen sein. Breit wirksame Carboxamid-Azol-Mischungen mit einer angepassten Aufwandmenge sind hier die richtige Wahl. Starke Wirkstoff - Kombinationen wie Adexar, Ascra Xpro, Elatus Era und Variano Xpro leisten mit 80 bis 100% Aufwandmenge sehr gute Arbeit.
  • Häufiger werden 2 Durchfahrten geplant: Zum Spitzen des Fahnenblattes (ES 37/39) ca. 80% der Aufwandmenge der oben angeführten Wirkstoffkombinationen,- gefolgt von einer abschließenden Ähren-Fusariumbehandlung in rund 3 – 4 Wochen.

Wachstumsreglereinsatz ist eine sehr wichtige aber sensible Angelegenheit – hier bietet das Lagerhaus persönliche Beratung

TRITICALE, WINTERROGGEN

Das Entwicklungsstadium ist regional sehr unterschiedlich. In späteren Lagen ist BBCH 32 zu beobachten, in frühen Regionen ist das Fahnenblatt voll entwickelt. Hier ist bei entsprechendem Krankheitsdruck die Abschlussbehandlung durchzuführen.

SOJABOHNE

Warmes, wüchsiges Wetter fördert die Verträglichkeit und beschleunigt die Wirkung der Herbizide. Der Einsatz der Herbizide sollte erst nach der Kälteperiode durchgeführt werden. Eine in der Praxis bewährte Tankmischung wäre zB.: 7,5g Harmony SX + 0,5lt Pulsar 40 + 0,1% Optiwett CS-7.

Der Einsatz von Gräsermitteln sollte in einer separaten Überfahrt durchgeführt werden. Die Verträglichkeit ist hier besser.

KÖRNERLEGUMINOSEN

Beachten Sie die LK Warndienst – Informationen! Ein Monitoring der bedeutendsten Nanoviren-Überträger in Leguminosen, der Grünen Erbsenblattlaus, der Schwarzen Bohnenlaus und der Grünen Pfirsichblattlaus inkl. Nanovirennachweis in den Blattläusen wird hier angeboten. Derzeit konnten in Fuchsenbigl und Meiseldorf die ersten infizierten Blattläuse in den Gelbschalen festgestellt werden! Pirimor Granulat mit 400 g / ha oder Biscaya mit 0,3 l / ha wirken hier sehr gut.

Unkraubekämpfung in ZUCKERRÜBE

Bei stärkerem Besatz mit Windenknöterich, Schwarzem Nachtschatten oder Franzosenkraut haben Praktiker gute Erfahrungen mit dem Zusatz von zB. 60-80g/ha Lontrel SG gemacht. Bei anderen Knötericharten, Hundspetersilie oder Zweizahn ist Debut das Mittel der Wahl. Debut verlangt warme Witterung! Ist mit stärkerer Spätverunkrautung mit Hirsen zu rechnen, kann zwischen zweiter und dritter NAK eine Mischung aus 0,6lt/ha Spectrum (Spektral Uni) + 2/3 der Aufwandmenge eines Gräsermittels eingesetzt werden.

Unkraubekämpfung in SOMMERGETREIDE

Da heuer Andiamo Flex ja schon früh ausverkauft, und Aniten super überhaupt nicht verfügbar war, empfehlen wir folgende Alternativen dafür:
Arrat + Dash 0,2 l + 1 l /ha Dash
Axial Komplett 1 l/ha*
Croupier OD 0,6 l/ha
Duplosan Super + Aim 40 WG 1,6 l + 40 g/ha**
Gentis 1,25 l/ha
Omnera LQM 1 l/ha
Saracen Max 25 g/ha
Zypar 1 l/ha


*inkl. Flughaferwirkung
** „Selbstmischung“ von Aniten Super

Unkrautbekämpfung auf Golfplätzen etc.

Ein legaler Einsatz von Herbiziden auf Golfplätzen und Sportrasen stellt uns heuer vor ein Problem. Einfach gesagt: „Was zugelassen ist, ist nicht verfügbar, und was verfügbar ist, ist nicht zugelassen!“

Über welche Produkte sprechen wir?

1.) Banvel M neu (Reg.Nr. 3132) Muss der Anwender seit 31.12.2018 bereits auf seinem Betrieb haben – derzeit nur mehr in der Aufbrauchsfrist!

2.) Dicotex (Reg.Nr. 3191) Hat die Zulassung für die Freilandanwendung verloren (nur mehr für den H-&KG-Bereich, und damit in HG-Packungen). Für lagernde 1 l u. 5 l-Gebinde galt eine Abverkaufsfrist bis 4.3.2019 (Aufbrauchsfrist für den Anwender: 4.3.2020)

3.) Duplosan KV neu (Reg.Nr. 2841) Nach wie vor zugelassen, aber seit 2018 von Fa. Nufarm aus dem Lieferprogramm genommen.

4.) Ranger (Reg.Nr. 3684) Lt. Aussage der AGES sind mit der Indikation „auf landwirtschaftlich nicht genutzten Flächen / Grasflächen“ auf keinen Fall Golfplätze, Sportrasen, sowie andere Rasenflächen (z.B. in Schwimmbad- oder Parkanlagen) gemeint. Ein Einsatz auf diesen Flächen ist daher nicht zulässig.

Erhöhte Reinkupfermenge für Kupfermittel

NEU: 4 kg Reinkupfermenge /ha für Copac Flow, Cupravit, Cuprofor Flow, Cuprozin Progress und Cuproxat flüssig. Die Änderung für Funguran Progress wurde bereits bei AGES eingereicht, und sollte in den nächsten Tagen auch auf 4 kg/ha erhöht werden.

Die Auflage im Wortlaut: „Die max. Aufwandenge von 4 kg Reinkupfer pro Hektar und Jahr auf derselben Fläche darf – auch in Kombination mit anderen Kupfer enthaltenden Pflanzenschutzmitteln – nicht überschritten werden“

chtung: Die zugelassene Anzahl der Behandlungen ist davon unberührt, es gelten weiterhin die bekannten, unterschiedlichen Regelungen, je nach Produkt und/oder Indikation.

JET 5 (Desinfektionsmittel)

Jet 5 20 Liter (Artikelnummer 30334426) ist Lagerware in unseren LLT-Lagern. Jet 5 ist ein Desinfektionsmittel (Biozid) auf Basis Peressigsäure, und hat eine stark oxidierende Wirkung gegen Schadorganismen wie z.B. Algen, Bakterien, Pilze und Viren zur Verbesserung der allgemeinen Hygiene. Jet 5 darf zur Flächendesinfektion von allen Materialen und Oberflächen angewendet werden, die zum Zweck der Herstellung, Beförderung, Lagerung und Verzehr von Lebens- oder Futtermittel dienen. Es ist aber nicht nur für diese Bereiche interessant, sondern auch für Gartenbaubetriebe , z.B. bei Kulturwechsel zur Desinfektion von Gewächshäusern und dazugehörigen Einrichtungen.

Anwendung: 1,5 – 2% ige Spritzlösung ansetzten, und die Brühenmenge so wählen, dass die behandelte Fläche 5 Minuten feucht ist (bei 2%). Anschließend behandelte Flächen mit ausreichend sauberem Wasser abspülen.


Reg Nr.: Adexar 3151, Ascra Xpro 3866, , Elatus Era 3829, Osiris 3092, Prosaro 3054, Variano Xpro 3552, Zantara 3062, Pirimor Granulat 3238, Biscaya 2995, Lontrel 720 SG 3409, Debut 2521, Harmonx SX 2941, Pulsar 40 3628, Spectrum 2798, Spektral Uni 2798/5, Arrat 3133, Axial Komplett 3249, Croupier OD 3992, Duplosan super 3754, Aim 40 WG 2880, Gentis 3949, Omnera LQM 3808, Saracen Max 3691, Zypar 3883, Copac Flow 3675, Cupravit 3405-901, Cuprofor Flow 3034-901, Cuprozin Progress 3405, Cuproxat flüssig 2097, Funguran Progress 3404

Wildschäden verhindern / reduzieren

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick an einigen Praxiserfahrungen zur Wildschadenverhütung.
Weitere Tipps und Hinweise von Praktikern die Ihre Erfahrungen auch anderen Landwirten zur Verfügung stellen nehmen wir gerne auf.

Wildschweine
Wildschweine können im Zuge einer Düngung mit elementarem Schwefel vergrämt werden. Der schwefelige Geruch vergrämt die Tiere. Für eine gute Wirkung streut man im Grünland und Getreide ca. 50 kg/ha und bei Mais zur Saat 50 kg/ha als Unterfußdüngung oder vor der Saat. Bei einer Wuchshöhe von 60-80cm kann mit einer Überkopfdüngung von ca. 25 kg/ha die Wirkdauer verlängert werden. Damit ist der Schwefelbedarf der jeweiligen Kultur gedeckt und Wildschweine meiden das Feld. Für eine optimale Wirkung gegen das Wild ist etwas Feuchtigkeit und Temperaturen über 10° notwendig. Die Wirkungsdauer beträgt bis ca. 16 Wochen. Geringere Aufwandmengen verringern die Wirkung deutlich.  Optimal eignet sich dafür das Produkt Wigor S oder Schwefellinsen (beide für Biobetriebe geeignet).
Diese Schwefeldünger sind für alle Kulturen geeignet.

Haarwild (Hasen + Rehe)
Hasen und Rehe können bei auflaufenden bzw. jungen Hackfrüchten (Zuckerrübe, Soja, Sonnenblume, …) erhebliche Schäden verursachen. Vor allem bei Trockenheit können große Schäden entstehen da dann die Tiere ihren Wasserbedarf über die jungen Pflanzen decken. Zur Vergrämung werden 5 l/ha Agro Hi organisch verwendet. Dazu wird Agro Hi organisch 1:1 mit Wasser verdünnt in der Wärme 2-3 Tage stehen gelassen (durch die Zersetzung der enthaltenen Aminosäuren entstehe unangenehmer Geruch) und dann solo mit ausreichend Wasser verdünnt ausgebracht.
Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Cocana. Vor allem bei Soja hat sich eine Spritzung mit Bittersalz (bei Bio ist nur Epso Top erlaubt) mit Cocana als Netzmittel bewährt. Spritzung in einer Konzentration von 0,5% bis 1% in 250 bis 300 Liter Wasser pro ha. Je weiter die Kultur entwickelt ist desto mehr Wasser wird benötigt. Praktiker berichten von guten Erfolgen vor allem an den älteren Blättern.
Somit kann eher bei Hasen von einem guten Effekt ausgegangen werden da diese die Pflanze „von der Seite“ anfressen, Rehe hingegen kommen eher „von oben“ wodurch der Effekt hier schnell nachlässt bzw. nach einigen Tagen nochmals behandelt werden muss.

Vogelwild
Abwehr mit Blattdünger:
Schäden durch Vögel entstehen vor allem beim Auflaufen wenn Vögel aller Art (Krähen, Fasane, Tauben) die jungen Pflanzen aus der Erde picken um die Keimlinge zu fressen. Eine Möglichkeit diesem Problem entgegenzuwirken ist ebenfalls eine Schwefeldüngung. Dafür verwenden Praktiker eine Schwefelblattdüngung mit elementare Schwefeldüngersuspension direkt zu Beginn des Auflaufens. Vögel meiden die gedüngten Pflanzen. Die Anwendung muss direkt auf die zu schützenden Pflanzen erfolgen. Der Anwendungszeitpunkt ist entscheidend für den Erfolg.
Bei Mais gibt es außerdem die Möglichkeit das Saatgut mit Promos zu Beizen. Dieses Pflanzenhilfsmittel enthält Bitterstoffe die von den Vögeln gemieden werden. Promos ist biotauglich.


Alle beschriebenen Anwendungen sind Rückmeldungen aus der Praxis. Je nach Standortbedingungen funktionieren Sie mehr oder weniger gut. Wir schätzen dass die genannten Anwendungen in ca. ¾ der Fälle funktionieren.

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