Praxistipps für den Ölkürbis

Der Ölkürbis hat sich zuletzt zu einer interessanten und gewinnbringenden Kultur entwickelt. RWA-Expterte Peter Kirchmayr hat einige Empfehlungen und praktische Hinweise zur Kulturführung.

[1489656898503591.jpg][1489656898503591.jpg][1489656898503591.jpg]
© RWA
Für eine optimale Entwicklung bevorzugt der Ölkürbis humose, sandige Lehm- bis lehmige Sandböden, die gut wasserführend und durchlässig sind. Probleme gibt es hingegen bei nasskalten und schweren Böden, insbesondere bei vorherrschender Staunässe. Es bieten sich in erster Linie sonnige und windgeschützte Lagen an.

Das trockene und heiße Jahr 2015 hat aber auch gezeigt, dass sich Ölkürbis trotz schwieriger Rahmenbedingungen sehr gut entwickeln kann. Daher bestehen auch in den klassischen Trockengebieten gute Voraussetzungen für das Erreichen zufriedenstellender Erträge. Für eine optimale Entwicklung benötigt Ölkürbis neben den Primärnährstoffen N, P, K und Magnesium auch ausreichend Kalk. Es muss auf einen von dieser Frucht bevorzugten Säurezustand im Boden geachtet werden. Anzustreben ist ein leicht saurer bis neutraler Boden-pH-Wert.

Frühe Aussaat für bessere Erträge

Am besten sollte die Aussaat in einer Tiefe von 2 – 3 cm bei einer konstanten Bodentemperatur von über 10° C erfolgen, sodass ein gutes Ankeimen gewährleistet wird und der Aufgang somit erst nach einem möglichen Spätfrost erfolgt. Eine frühe Aussaat bringt jedenfalls in den überwiegenden Fällen meist höhere Erträge und sollte deswegen angestrebt werden, auch unter der Bedachtnahme, dass ein im Boden bereits angekeimtes Ölkürbissaatgut durchaus noch kurze letzte Kälteperioden verträgt.

NPK-Dünger vor der Saat

Die gesamte Mineraldüngermenge sollte am besten mittels eines geeigneten NPK-Düngers kurz vor der Saat ausgebracht und flach in den Boden eingearbeitet werden. Die Frage, ob bei Kürbis auf chloridhältige Dünger verzichtet werden soll oder nicht, wird schon seit Längerem kontroversiell diskutiert. Man spricht davon, dass Ölkürbis zu den „bedingt chloridempfindlichen“ Kulturen zählt. Jedoch haben verschiedene Versuche gezeigt, dass die Applikation von chloridarmen Düngern (Kalium in Sulfatform) gegenüber chloridischen Düngern (Kalium in Chloridform) durchaus Vorteile bringt. Zu berücksichtigen ist auch, dass der Einsatz von Wirtschaftsdüngern alleine nicht ausreicht, um maximale Erträge zu erzielen. Daher sollte im Frühjahr nicht auf die Gabe von leicht löslichen Mineraldüngern verzichtet werden.

Nährstoffempfehlung** für mittlere Ertragserwartung oder Boden- Gehaltsklasse „C“:
  • 60 – 80 kg N/ha
  • 50 kg P2O5/ha
  • 180 kg K2O/ha
  • 30 kg MgO/ha

Boden-Gehaltsklasse erheben

Zur Ermittlung Ihrer Boden-Gehaltsklassen ist eine Bodenanalyse unumgänglich. Das Lagerhaus bietet auf Wunsch eine automatische Bodenprobenziehung samt Analyse und maßgeschneiderter Düngeempfehlung. Dieser „Dünger nach Maß“ garantiert eine bedarfsgerechte und kosteneffiziente Nährstoffversorgung.

Erträge bewerten

Ertragseinschätzung** für Ölkürbis in t/ha:
  • niedrig: < 0,6
  • mittel: 0,6 - 0,8
  • hoch: > 0,8


** Quelle: AGES Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit – Richtlinien der sachgerechten Düngung.

Fragen Sie unsere Fachberater!

Besuchen Sie Ihr Lagerhaus und informieren Sie sich über Saatgut und Dünger für den Ölkürbis-Anbau.

Ölkürbis-Sorten von Die Saat für dieses Jahr finden Sie hier.

Benutzen Sie die Suchmaske, um das Ergebnis auf eine Postleitzahl einzuschränken. Sie können die Karte auch auf den Startzustand zurücksetzen.