Waldsperre wegen des Eschensterbens

Das allgemeine Betretungsrecht im Wald, festgeschrieben im Forstgesetz von 1975, führt immer wieder zu Haftungsfragen. Oft gibt es Diskussionen darüber, wer haftet, wenn im Wald etwas passiert.

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Waldbesitzer können Wege befristet absperren, wenn Gefahr für Besucher droht. © Agrarfoto
Als einige Waldbesitzer entlang der Donauauen in Niederösterreich im Dezember 2016 sich gezwungen sahen, Auwälder für die Öffentlichkeit zu sperren, folgte ein medialer Aufschrei. Was war passiert? Seit etwa 10 Jahren ist die Esche in Österreich von einem Pilz bedroht, der die Esche zum Absterben bringt. Als Folge dieser Erkrankung tritt oft Hallimaschbefall auf, der eine starke Wurzelfäule verursacht. Schon bei leichten Windstößen können die betroffenen Bäume umfallen und Spaziergänger, Mountainbiker oder Waldarbeiter gefährden. Es besteht solange Lebensgefahr, bis die geschädigten Eschen entfernt werden.

Um sich vor Klagen von geschädigten Erholungssuchenden zu schützen, wurde eine befristete Waldsperre verhängt. Die abgestorbenen Bäume werden nun entfernt. In Aussendungen werden die Waldbesucher darauf hingewiesen, die Hinweisschilder unbedingt ernst zu nehmen, denn es besteht Lebensgefahr.

Sinnvoller Weise stellt man diese Tafel an gut sichtbaren Stellen auf, damit es nachher nicht zu Rechtsstreitigkeiten kommen kann. Aber Achtung: Die Tafel „Befristetes Forstliches Sperrgebiet“ ist nur gültig, wenn auch eine Befristung darauf angeführt wird. Wird eine Waldfläche derartig korrekt abgesperrt, dann haftet man nur für vorsätzliche Schäden.

Grundsätzlich kann ein Verschulden den Waldbesitzer nur im Bereich von Forststraßen, öffentlichen öffentlichen Wegen, Wanderwegen sowie Gebäuden und Anlagen treffen. §176 des Forstgesetzes regelt, dass abseits der genannten Bereiche, den Waldbesitzer keine Pflicht zur Abwendung der Gefahr von Schäden trifft. Keine Schuld trifft den Waldbesitzer auch, wenn höhere Gewalt vorliegt: Bricht etwa während eines starken Sturmes ein vollkommen gesunder Ast ab, so hätte dies in der Regel der Waldbesitzer nicht verhindern können. Es ist jedoch stets die Ursache des Baumwurfes/-bruches zu hinterfragen: War der Sturm die Ursache, oder wäre der Ast auch schon bei einem „Lüfterl“ abgebrochen?

Hätte der Waldbesitzer den Schaden bei ordnungsgemäßer Sorgfalt verhindern können, dann wird er für sein schuldhaftes Verhalten einstehen müssen. Erschwerend kommt die „Beweislastumkehr“ dazu. Im Fall der Haftung für Schäden durch umstürzende Bäume oder abbrechende Äste hat nicht der Geschädigte das Verschulden des Baumhalters (Schädigers), sondern der Schädiger seine Schuldlosigkeit zu beweisen. In der Praxis gibt es jahrelange Rechtstreitigkeiten, ob das Unglück und der Schaden verhindert hätten werden können.

Als Waldbesitzer kann man sich nur durch größtmögliche Sorgfalt vor großen Ansprüchen durch Schadenersatz schützen. Ein gewisses Restrisiko bleibt immer bestehen und man kann sich glücklich schätzen, wenn in seinem Wald nichts passiert.

Befristetet Waldsperre

Als Waldbesitzer hat man die Möglichkeit, den Wald befristet zu sperren. Das Forstgesetz räumt mit dem § 34 diese Möglichkeit ein. Man kann dadurch Stellen im Wald sperren, wo gerade Holzarbeiten stattfinden oder wo sonstige Gefahren vermutet werden können, wie zum Beispiel die Eschen, die in den Auen umzufallen drohen.

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Informationen zur befristeten Waldsperre erhalten Sie von Ihrem Lagerhaus-Holzeinkäufer sowie in den Lagerhaus-Filialen.

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Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA